Privatanteil Geschäftsfahrzeug richtig berechnen
Wer sein Geschäftsauto privat nutzt, muss einen Privatanteil aufrechnen: 0.9 Prozent des Kaufpreises pro Monat. So rechnest und buchst du ihn korrekt.
Ein Auto, das der Firma gehört und am Wochenende die Familie transportiert, ist teilweise privat genutzt. Dieser Teil darf den Gewinn nicht schmälern — dafür gibt es den Privatanteil.
Warum überhaupt aufrechnen?
Wenn das Fahrzeug im Geschäftsvermögen liegt, buchst du sämtliche Kosten als Aufwand: Abschreibung, Versicherung, Service, Treibstoff, Reifen. Das ist korrekt, solange du damit auch nur geschäftlich fährst.
Sobald du privat fährst, hast du einen Teil deiner privaten Lebenshaltung über die Firma bezahlt. Der Privatanteil korrigiert das — er ist eine Aufrechnung, kein Aufwand.
Der Pauschalsatz
Die ESTV lässt eine Pauschale zu, damit niemand jede einzelne Fahrt aufschreiben muss:
- 0.9 % des Kaufpreises pro Monat, exklusive MWST
- entspricht 10.8 % pro Jahr
- mindestens aber CHF 1'800.– pro Jahr
Der Satz gilt seit dem 1. Januar 2022. Er wurde damals erhöht, weil er seither auch den Arbeitsweg abdeckt — der muss also nicht mehr separat aufgerechnet werden.
Durchgerechnet
Ein Schreiner kauft einen Lieferwagen für CHF 42 000 exklusive MWST und nutzt ihn auch privat.
| Kaufpreis exkl. MWST | 42'000.00 |
| Privatanteil pro Monat, 0.9 %42'000 × 0.9 % | 378.00 |
| Privatanteil pro Jahr (12 × 378) | 4'536.00 |
Entspricht 10.8 % des Kaufpreises. Über dem Minimum von CHF 1'800 — dieses greift hier nicht.
Bei einem günstigeren Fahrzeug greift die Untergrenze:
| Kaufpreis exkl. MWST | 12'000.00 |
| Privatanteil berechnet, 10.8 %12'000 × 10.8 % | 1'296.00 |
| Zulässiges MinimumCHF 150 pro Monat | 1'800.00 |
| Massgebend ist der höhere Betrag | 1'800.00 |
Unter das Jahresminimum kommt man nie, auch nicht bei einem alten Occasionsfahrzeug.
Die Alternative: effektive Abrechnung
Statt der Pauschale darfst du auch effektiv abrechnen. Dann brauchst du ein lückenloses Fahrtenbuch mit Datum, Zweck, Start- und Endkilometerstand jeder Fahrt. Der private Kilometeranteil wird auf die Gesamtkosten angewendet.
Das lohnt sich praktisch nur, wenn der private Anteil sehr klein ist — etwa bei einem Werkstattfahrzeug, das nachts im Betrieb steht.
Gar nicht ins Geschäftsvermögen?
Es gibt einen dritten Weg: Das Auto bleibt privat, und du verrechnest der Firma nur die geschäftlichen Fahrten per Kilometeransatz. Üblich sind rund 70 Rappen pro Kilometer.
Das ist oft die einfachste Lösung, wenn du wenig geschäftlich fährst. Umgekehrt: Wer viel unterwegs ist, fährt mit dem Fahrzeug im Geschäftsvermögen besser, weil dann auch die Abschreibung abzugsfähig ist.
| Situation | Sinnvoll |
|---|---|
| Überwiegend geschäftlich unterwegs | Fahrzeug im Geschäftsvermögen, Privatanteil |
| Gelegentliche Geschäftsfahrten | Fahrzeug privat, Kilometeransatz verrechnen |
| Fahrzeug steht nachts im Betrieb | Geschäftsvermögen, Fahrtenbuch prüfen |
Die MWST nicht vergessen
Bist du mehrwertsteuerpflichtig und rechnest effektiv ab, gilt der Privatanteil als Eigenverbrauch. Er ist zum Normalsatz von 8.1 % zu versteuern.
| Privatanteil pro Jahr | 4'536.00 |
| davon MWST, 8.1 % im Betrag enthalten4'536 × 8.1 / 108.1 | 339.88 |
| An die ESTV abzuliefern | 339.88 |
Bei der Saldosteuersatz-Methode entfällt diese Rechnung — der Satz deckt sie ab.
So wird gebucht
In der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung erfasst du den Privatanteil am Jahresende als eine Buchung: die Kosten werden um den Privatanteil reduziert, der Betrag geht als Privatentnahme.
Zusammengefasst
- 0.9 % des Kaufpreises exkl. MWST pro Monat, 10.8 % pro Jahr.
- Mindestens CHF 1'800.– pro Jahr, unabhängig vom Fahrzeugwert.
- Der Arbeitsweg ist seit 2022 in der Pauschale enthalten.
- Massgebend bleibt der Kaufpreis, nicht der Buchwert.
- Bei effektiver MWST-Abrechnung fällt auf dem Privatanteil MWST an.
- Wer wenig geschäftlich fährt, lässt das Auto besser im Privatvermögen.
Stand der Angaben: Die in diesem Artikel genannten Sätze und Beträge entsprechen dem Stand vom 7. August 2026. Sie dienen der Information und ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung. Verbindliche Auskünfte erteilen die ESTV, deine kantonale Steuerverwaltung oder eine Treuhandstelle.
Häufige Fragen
- Wie hoch ist der Privatanteil am Geschäftsfahrzeug?
- 0.9 Prozent des Kaufpreises exklusive MWST pro Monat, also 10.8 Prozent pro Jahr. Mindestens aber CHF 1800 pro Jahr. Der Satz gilt seit dem 1. Januar 2022 und deckt seither auch den Arbeitsweg mit ab.
- Muss ich ein Fahrtenbuch führen?
- Nein, wenn du den Pauschalsatz anwendest — das ist gerade sein Zweck. Ein Fahrtenbuch lohnt sich nur, wenn der private Anteil nachweislich sehr klein ist und die effektive Abrechnung günstiger ausfällt. Dann muss es aber lückenlos geführt sein.
- Fällt auf dem Privatanteil MWST an?
- Ja, wenn du mehrwertsteuerpflichtig bist und nach der effektiven Methode abrechnest. Der Privatanteil gilt als Eigenverbrauch und ist zum Normalsatz zu versteuern. Bei der Saldosteuersatz-Methode ist er im Satz bereits berücksichtigt.
- Was, wenn ich das Auto geleast habe?
- Massgebend ist auch dann der Kaufpreis des Fahrzeugs exklusive MWST gemäss Leasingvertrag, nicht die Summe der Leasingraten. Der Prozentsatz und das Minimum bleiben gleich.